Jens Breitfeld, ITSE

Ausbildungsprojekt

NT-Server-Projekt

Peer-to-Peer-Netzwerk, Domänenprinzip, Benutzermanager, RAID unter NT und die Diagnosetools von Windows NT.

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Das Projekt in drei Teilen

1. Teilprojekt

Peer-to-Peer-Netzwerk, Domänenprinzip, Arbeiten mit dem Benutzermanager für Domänen, RAID unter NT und Diagnosetools.

2. Teilprojekt

Aufbau einer Tischdomäne und Kalkulation eines Netzes.

3. Teilprojekt

Verbinden der einzelnen Domänen, TCP/IP-Dienstprogramme und das OSI/ISO-7-Schichtenmodell.

Erstes Teilprojekt: Installationsvoraussetzungen

KonfigurationProzessorArbeitsspeicherFreier Festplattenplatz
Minimal (laut Microsoft)486DX 3316 MByte130 MByte
EmpfohlenPentium ab 133 MHz64 MByte500 MByte

500 MByte gelten als Minimum, weil noch andere Installationen hinzukommen, zum Beispiel Office, und weil die Datenbank (maximale Größe 40 MB) mit jedem neuen Benutzer wächst. Und zwar wächst die Datenbank um jeweils:

  • 1 kByte je Benutzer
  • 0,5 kByte je Rechner
  • 4 kByte für eine Gruppe mit bis zu 300 Benutzern

Es muss aufgepasst werden, dass die Hardware kompatibel ist. Dafür gibt es die Hardware Compatibility List (HCL), in der alle Hardwarehersteller mit Produkten aufgelistet sind, die von Microsoft als kompatibel eingestuft wurden.

Als Literatur wird das Resource Kit für das jeweilige Microsoft-Produkt empfohlen. Es gibt es meist in 3 Bänden, der Preis lag bei etwa 200 DM.

Was ist eine Domäne?

Die Domäne ist eine Verwaltungseinheit in einem Netzwerk, in der die Sicherheit und die Benutzer dieser Einheit verwaltet werden. Alle Konten und Benutzer werden bei einer Domäne vom PDC (Primary Domain Controller) verwaltet. Ein BDC (Backup Domain Controller) wird ab einer Benutzeranzahl von 10 und mehr empfohlen.

Domänenmodelle sind das Einzel-Domänenmodell (Single Domain Model), das Master-Domänenmodell (Master Domain Model) und das Mehrfach-Master-Domänenmodell (Multiple Master Domain Model).

Zwei Rechner im Netz

Die beiden Rechner werden mittels Crosskabel verbunden und NT-Server wird installiert. Es wird pro Server lizenziert. Die Rechner werden nach dem Client/Server-Prinzip verbunden, wobei wechselweise ein Rechner der Server ist und der andere der Client. Damit beide Rechner im Netz laufen, müssen am Server und an der Workstation Änderungen vorgenommen werden.

Auf dem Server

  1. Den Serverdienst starten: Start → Programme → Verwaltung (allgemein) → Server-Dienst.
  2. Der jeweiligen Server-Domäne den anderen Computer hinzufügen.
  3. Den Benutzer-Manager starten und den Benutzer hinzufügen, der auf den Server zugreifen will. Der Benutzer muss sein vom Administrator vorgegebenes Kennwort beim ersten Einloggen ändern.

Auf der Workstation

  1. In den Eigenschaften des Netzwerks auf der Karteikarte Identifikation das Feld Domäne aktivieren (Häkchen) und den Domänennamen eintragen.
  2. Das Konto aktivieren (Punkt).
  3. Als Benutzername Administrator und darunter das dazugehörige Passwort eintragen. Nun sollte eine Meldung erscheinen, die den Benutzer in der neuen Domäne begrüßt.

Beide Rechner werden nun neu gebootet, und das Netz sollte danach laufen.

Der Benutzermanager für Domänen

Der Benutzermanager für Domänen wird benötigt, um:

  • Benutzer anzulegen
  • den Benutzer einer Gruppe zuzuordnen
  • lokale Gruppen zu erstellen
  • globale Gruppen zu erstellen
  • Richtlinien für Benutzerkonten und Benutzerrechte zu vergeben und festzulegen
  • Richtlinien für die Kontenüberwachung festzulegen
  • Vertrauensstellungen zwischen den Domänen einzurichten

Der Festplattenmanager

Bei Windows NT wird zwischen Systempartition und Bootpartition unterschieden.

  • Die Systempartition ist immer das Wurzelverzeichnis der ersten primären Partition.
  • Die Bootpartition ist das Verzeichnis, in dem das jeweilige NT-System installiert wurde.

Auch wenn verschiedene Systeme auf einem Rechner installiert sind (zum Beispiel Server und Workstation), wird nur das Wurzelverzeichnis der ersten primären Partition als Systempartition verwendet.

Wozu wird der Festplattenmanager gebraucht?

  • Partitionen anlegen, formatieren und löschen

Datenträgersatz (Volume): die logische Zusammenfassung von physikalischem Speicher in einem logischen Laufwerk.

Stripe Set und RAID

Ein Stripe Set funktioniert erst, wenn man mehr als zwei Festplatten hat. Auch hier liegen die Systempartition und die Bootpartition nicht innerhalb des Stripe Sets. Die Dateien werden zeilenweise gleichmäßig auf die vorhandenen Datenträger geschrieben, dadurch wird die Geschwindigkeit des Datenzugriffs erhöht. Es wird auch als RAID 0 (laut Microsoft) bezeichnet, obwohl es keine Fehlerkorrektur gibt. Das normale Stripe Set ist ohne Parity.

Von NT werden standardmäßig RAID 1 und RAID 5 unterstützt.

  • RAID 1 ist das Spiegeln der Festplatten, auch Mirroring bzw. Duplexing genannt. Bei Duplexing hängen beide Festplatten an zwei verschiedenen Controllern, aber in einem System. Beim Mirroring können beide Festplatten an einem Controller sein.
  • RAID 5 ist ein Stripe Set mit Parity. Auch hier dürfen Festplatten unterschiedlicher Größe verwendet werden, wichtig ist nur, dass die Stripes dieselbe Größe haben. Durch die auf den Festplatten verteilten Parity-Informationen können defekte Daten wiederhergestellt bzw. auf einer neuen Festplatte neu aufgebaut werden.

Start-, Boot- und Notfalldisketten

Startdisketten

Wenn man nicht von CD booten kann, benötigt man 3 Startdisketten. Diese werden mit Parametern der Installationsdatei (winnt.exe) erstellt:

winnt /b     Installation ohne Disketten
winnt /o     Installation mit Disketten
winnt /ox    Installation mit Disketten und CD-ROM-Unterstützung

Bootdisk

Eine Bootdiskette muss unter WinNT von Hand erstellt werden:

  1. Diskette unter WinNT formatieren.
  2. Die Startdateien kopieren. Sie liegen alle im Rootverzeichnis der Systempartition:
    • NTLDR (Ladeprogramm des NT-Betriebssystems)
    • BOOT.INI (Bootpartition, Speicherort)
    • NTDETECT.COM (Hardwareerkennung)
  3. Nun ist die Diskette fertig.

Das sind die drei Dateien, die immer vorhanden sind und immer kopiert werden müssen. Außerdem können noch zwei weitere Dateien vorhanden sein, die dann ebenfalls kopiert werden müssen:

  • BOOTSECT.DOS (Dualboot, DOS, Win95/98), wenn mehrere Betriebssysteme auf der Festplatte sind
  • NTBOOTDD.SYS (SCSI-Gerätetreiber)

Notfalldiskette

Sie wird benötigt, um ein System unter Umständen ohne Neuinstallation reparieren zu können. Das Tool zum Erstellen heißt RDISK.EXE und befindet sich auf der Bootpartition im Verzeichnis winnt/system32/rdisk.exe, oder man startet es in der MS-DOS-Eingabeaufforderung durch Eingabe von RDISK.

Die Arbeit mit der Notfalldiskette erfolgt in folgenden Schritten:

  1. Neustart des Rechners mit der ersten Diskette (1/3) der Installationsdisketten.
  2. Einlegen der zweiten Diskette (2/3). Auf die Frage „Erfolglose Installation reparieren?“ antworten.
  3. Notfalldiskette einlegen und einlesen lassen.
  4. Einlegen der dritten Diskette (3/3).
  5. Erneutes Einlegen der Notfalldiskette.

Hat alles funktioniert, erscheint die Meldung „Reparatur abgeschlossen“.

Last Known Good

Beim letzten erfolgreichen Start des Systems werden die Informationen in HKEY_LOCAL_MACHINE\System gespeichert. Beim Booten von WinNT kann man im Bildschirm OS-Loader mit der Leertaste diese Informationen wieder aufrufen.

NT-Diagnosetools

Diagnosetools werden zur Kontrolle des Systems und der Ressourcen auf einem Rechner und in einem Netzwerk eingesetzt.

Ereignisanzeige

Wird standardmäßig mit installiert. Hier wird dokumentiert, welche Prozesse und Dienste im Rechner gerade aktiv sind. Man sollte darauf achten, dass die Logdatei nicht übergroß wird. Das lässt sich unter Protokoll → Protokolleinstellungen ändern.

Systemmonitor

Zeigt mit einer Linie zum Beispiel die momentane Prozessorzeit oder die Benutzung der Interrupts.

Task-Manager

Aufruf mit Strg+Alt+Entf und dann Task-Manager. Hier kann man die Systemleistung anzeigen lassen, Prozesse beobachten und gegebenenfalls beenden.

Netzwerkmonitor

Wird standardmäßig nicht mitinstalliert, kann aber über die Netzwerkumgebung als Dienst nachinstalliert werden. Damit lassen sich ganz spezifische Teile eines Netzwerks überprüfen und unter Umständen Fehler aufdecken.