Ausbildungsprojekt
PC-Service-Projekt
Projektarbeit und Planung, Leih-PCs per Festplatten-Image, BIOS, 19-Zoll-Server-Türme, Raumverkabelung und ISDN-Beschaltung.
1.1 Projektarbeit und Planung
Was ist ein Projekt?
Ein Projekt ist eine zeitlich begrenzte Aufgabenstellung. Es ist ein bestimmtes Vorhaben, für das Personen aus dem laufenden Prozess im Betrieb herausgelöst werden und ein eigenes Team bilden. Die Aufgabenstellung ist für das Team und den Betrieb neuartig und einmalig.
Ein Projekt zählt als beendet, wenn die Aufgabenstellung erreicht ist, in unserem Fall, wenn die Präsentation gelaufen ist. Anschließend wird das Team wieder aufgelöst, und das Ergebnis wird in den normalen Betriebsablauf übernommen. Projekte können auch schiefgehen.
Projekte sind komplexe und interdisziplinäre Vorhaben, die innerhalb der regulären Arbeitsverpflichtung nicht durchführbar sind. Die Mitarbeiter kommen daher aus verschiedenen Bereichen. Die Kommunikation innerhalb des Teams ist oft wichtiger als das reine Fachwissen. Das Team ist für sich selbst verantwortlich, die Aufgaben werden vom Team selbst geplant und aufgeteilt.
Projektplanung
Hier werden die Ziele und deren Termine in groben Umrissen festgelegt. Des Weiteren muss eine Organisation festgelegt werden, das heißt, dass jemand „den Hut auf hat“. Der Projektleiter sorgt dafür, dass die Projektarbeit funktioniert, versucht Konflikte zwischen den Teammitgliedern zu schlichten und überwacht die Zeiteinteilung und die Termine.
Dokumentation
Eine ordentliche Dokumentation ist die Voraussetzung für das Gelingen eines Projekts. Teile der Dokumentation sind zum Beispiel die Planung sowie das Festhalten von Fehlern, Fakten und Ergebnissen. Sie zählt auch als Rechenschaft über die geleistete Arbeit. Die Dokumentation wird zentral gelagert. Wichtig sind Vollständigkeit und Erreichbarkeit.
Präsentation
- Wichtig sind die Vorbereitung und die Ausstattung des Raumes (Steckdosen, Overheadprojektor, Beamer usw.).
- Sind sanitäre Einrichtungen vorhanden, sofern Getränke oder Essen gereicht werden?
- Ist die Durchführung ordentlich geplant? Das kann man auch vor dem Spiegel üben.
- Man sollte auch eine Nachbereitung durchführen, zum Beispiel mit der Fragestellung, ob man die Ziele der Präsentation erreicht hat und wie die Gäste reagiert haben.
1.2 bis 1.3 Teambildung und Arbeitsplanung
1.3.1 Vorgaben für die Dokumentation
Die Dokumentation soll jeden Donnerstag bis 08:00 Uhr abgegeben werden. Die Vorgaben für die Formatierung sind auf drei gesonderten Seiten festgelegt. Das Format des Dokuments soll TEXT mit der Dateiendung *.txt sein.
1.3.2 Zielstellung
Ziel ist ein funktionsfähiges Rechnersystem ohne Netzwerk am Arbeitsplatz im Raum E.80.
An allen 4 Tischen sollen 6 Rechner stehen; die Rechner stehen unter dem Tisch. Des Weiteren gibt es an jedem Tisch einen 19-Zoll-Schrank für die Tischdomäne. In diesem 19-Zoll-Schrank befinden sich ein 19-Zoll-Rechner mit SCSI-Festplatten, ein Hub oder ein Switch, je nachdem, was verlangt wird, und ein Patchfeld. Das Patchfeld wird so eingebaut, dass noch Platz für eine USV bleibt. Ist die Domäne installiert, werden die alten Benutzernamen und Passwörter benutzt.
Das Projekt gliedert sich in 4 Einzelprojekte:
1. Teil
Vorbereitung der Leih-PCs für den Verleih im Haus
2. Teil
Verkabelung und Aufbau der Türme im Raum E.80
3. Teil
Aufbau der Rechner im Raum E.80
4. Teil
Demontage der Rechner im Raum E.84
Die Gesamtzeit des Projekts ist auf drei Wochen festgelegt.
1.3.3 Stärken der Teammitglieder und Arbeitsbeteiligung
Die Stärken der einzelnen Teammitglieder sollen bei der Planung der Arbeitsbeteiligung berücksichtigt werden.
1.4 Leih-PCs
Diese PCs werden vom Haus an die Umschüler verliehen und müssen für diesen Zweck vorbereitet werden. Das wurde von uns (Gruppe 2301) durchgeführt.
1.4.1 Einführung
Zuerst werden die Netzwerkkarten ausgebaut und die Festplatten komplett gelöscht. Danach werden die Festplatten in zwei Partitionen geteilt:
- Partition 1 = 100 MByte
- Partition 2 = restlicher Festplattenspeicher
Auf der ersten Partition werden das Betriebssystem und das Officesystem installiert. Dazu wird eine Festplatte mit DOS vorbereitet. Als Betriebssystem wird DOS 6.22 benutzt, als grafische Oberfläche Windows 3.11. Das Officesystem ist die Version 4.2 für Windows für Workgroups. Beim Partitionieren ist darauf zu achten, dass die Partitionen wirklich alle genau gleich sind, sonst funktioniert der nächste Punkt nicht ordentlich.
Die Verzeichnisse werden wie folgt angelegt:
Partition 1
DOS622
WINDOWS
OFFICE
Partition 2
WORK
1.4.2 Festplatte kopieren
Dies geschieht unter Linux, da hier das nötige Tool zur Verfügung steht. Es ist nötig, eine Festplatte vorzubereiten, die das System enthält, welches dann auf alle anderen Festplatten kopiert wird. Die vorbereitete Festplatte wird an einen PC mit installiertem Linux eingebaut. Dort wird von der vorbereiteten System-Festplatte ein Abbild (Image) erzeugt:
xx:[root] # dd if=/dev/hdb1 of=image
dd = Dump Data, if = input file, of = output file.
Anschließend wird die System-Festplatte wieder ausgebaut und das erstellte Abbild auf jede einzelne Festplatte kopiert:
xx:[root] # dd if=image of=/dev/hdb1
1.4.3 Nachbereitung: Was haben wir durchgeführt?
- LAN-Karte entfernt
- HD gelöscht, partitioniert und neu formatiert
- HD ausgebaut, Image auf HD kopiert, HD wieder eingebaut
- Jumperkontrolle
- Reinigung des PCs (Tastatur, Monitor und Maus vergessen)
- Dokumentation der Hardware (wurde gelobt)
- Testlauf und Fehlersuche
1.5 BIOS
Basic Input Output System. Das BIOS ist eine standardisierte Schnittstelle zwischen Hard- und Software, wobei das BIOS selbst ein Softwareprogramm ist. Es ist in einem EPROM bzw. EEPROM untergebracht.
Werden Parameter im BIOS geändert, werden die Daten mit dem CMOS-RAM verglichen und neu gespeichert. Das CMOS-RAM wird durch eine Batterie gehalten. Veränderungen sind im Allgemeinen für das System nicht schädlich. Sollte dennoch einmal der Bildschirm dunkel bleiben, kann man beim Starten des Computers die Einfügen-Taste (Einfg) drücken, und das CMOS wird mit Standardwerten aufgefüllt. Außerdem ist auf vielen Motherboards ein Jumper vorhanden, mit dem das fehlerhafte CMOS gelöscht werden kann.
BIOS-Updates
BIOS-Updates könnte es unter folgenden Adressen geben (Stand 2006, die Adressen können sich geändert haben):
BIOS aufrufen
| Hersteller | Tastenkombinationen |
|---|---|
| AWARD | Strg+Alt+Esc, Strg+Alt+S, Entf |
| AMI | Entf, F1 |
| PHOENIX | Entf, Strg+Alt+Esc, Strg+Alt+S, F2 |
Die Abschnitte 1.5.1 Hersteller (AWARD, PHOENIX, AMI), 1.5.2 BIOS-Menü und 1.5.3 Beep-Codes waren im Original nur als Überschriften angelegt.
1.6 Verkabelung eines Raumes
1.6.1 Der 19-Zoll-Turm
Wenn der Turm geöffnet ist, beträgt der Abstand zwischen den beiden Lochleisten 19 Zoll. Das Gehäuse ist ein 19-Zoll-Gehäuse mit 10 Höheneinheiten. Das ist ein kleiner 19-Zoll-Turm, standardmäßig werden ansonsten Türme mit 15 bzw. 20 Höheneinheiten eingesetzt. Ein Patchfeld ist eine Höheneinheit, ebenso bilden drei Löcher eine Höheneinheit. Die Racks (zum Beispiel eine Rechnerrackeinheit mit einer Höhe von 4 Höheneinheiten) werden immer nur vorne angeschraubt, der Rest ist freihängend. 19-Zoll-Türme werden hauptsächlich in Serverräumen eingesetzt, vorzugsweise im Netzschrank bzw. -rahmen.
In unseren Türmen werden je 4 Höheneinheiten für die Festplatten und 4 Höheneinheiten für den Rechner eingebaut, dazu je 1 Höheneinheit für den Hub bzw. Switch und das Patchfeld. Außerdem wird eine USV eingebaut. An der Unterseite des Racks sind Bleche angeordnet, diese werden entfernt. Das Blech mit den Schlitzen wird auf der Rückseite in die dafür vorgesehene Öffnung geschraubt. Die Füße werden so weit herausgedreht, dass der Bolzen noch voll im Gewinde ist. Die Türme werden an den Stirnseiten der Tische entgegengesetzt der Säulen aufgestellt.
Der 19-Zoll-Rechner im Detail
| Gehäuse | Rackgehäuse 19", SCSI onboard |
| Prozessor | Pentium 3, 500 MHz |
| Laufwerke | CD-ROM (SCSI), Floppy, SCSI-3-Schnittstelle für das Plattenrack |
| Netzwerk | 100-Mbit-Netzwerkkarte 3C905B |
| Speicher | 128 MB RAM, 8 MB Grafikspeicher |
| SCSI-Controller | AIC-7890 AB |
- BIOS des SCSI-Controllers:
Strg+A - U2W (Ultra 2 Wide): Die Geschwindigkeit lässt sich bei jedem Gerät völlig unabhängig voneinander einstellen.
- Bei einem 1-Kanal-System kann man entweder beide U2W-Anschlüsse nutzen oder einen U2W-Anschluss und den langsamen CD-ROM-Anschluss. Beide U2W-Anschlüsse plus CD-ROM-Anschluss funktionieren nur in 2-Kanal-Systemen.
1.6.1.1 Aufbau des Servers
Zuerst haben wir das vormontierte Gehäuse aus dem Karton genommen. Die Füße werden so weit wie möglich herausgeschraubt. An einer Gehäuseseite sind die Schlüssel für die Türen befestigt. Die vordere Tür ist aus Glas und erlaubt den Blick auf die eingebauten Geräte. Um die Geräte auch von hinten zu erreichen, befindet sich dort ebenfalls eine abschließbare Tür. Im Boden des Schrankes befinden sich einige Bleche, die wir entfernt haben und später noch verwenden. Die Montageschienen im vorderen Bereich mussten versetzt werden. Um die relativ schweren Geräte in den Schrank montieren zu können, legten wir ihn auf die Rückseite. Zum Befestigen der Geräte auf der Rackschiene müssen noch entsprechende Muttern in die Löcher der Schienen gesteckt werden. Der Abstand der Muttern zueinander muss vorher ermittelt werden.
Die Massekabel müssen montiert werden!
Nachdem die Geräte in den Schrank gehängt wurden, werden sie mit den beiliegenden Schrauben festgeschraubt, bitte mit den mitgelieferten Unterlegscheiben. Danach stellen wir den Schrank wieder auf die Füße und verkabeln die Geräte. Rechner, Platten-Rack und Hub erhalten ihre Betriebsspannung über die USV. Hierzu haben zwei Teammitglieder Verteiler umgebaut und mit Kaltgerätesteckern versehen. Die Kabelführung sollte sinnvoll gewählt und eventuell mit geeigneten Mitteln befestigt werden. Im unteren Bereich des Schrankes wurde ein Abdeckblech montiert. Dieses Blech hat mehrere Durchbrüche, durch die die Leitungen zu Monitor, Maus und Tastatur sowie der Netzanschluss herausgeführt werden. Ein weiteres Blech haben wir im Inneren befestigt, darauf wird die USV gestellt. Zum Abschluss überprüfen wir noch einmal die Verkabelung und nehmen einige Änderungen vor.
Der Schrank wird so vor der Stirnseite der Arbeitstische platziert, dass er von vorne wie auch von hinten zugänglich ist.
1.6.2 Tischverkabelung: LAN-Dosen
Alle LAN-Kabel werden beschriftet, damit sie bei einer eventuellen Fehlersuche leicht durchgemessen werden können. Bei den Dosen ist auf die richtige Farbe zu achten, das heißt rot auf rot usw. In den Säulen werden die Dosen in die vorgesehenen Aussparungen eingebaut. Dabei müssen wir auf ordentliche Arbeit achten, da die anderen Gruppen damit auch noch arbeiten müssen.
1.6.3 ISDN- und Telefonverkabelung
Wenn von Telefonen die Rede ist, spricht man von analoger Telefonie. Bei den analogen Telefonkabeln sind 2 Adern nötig (zu kaufen gibt es in der Regel vieradriges Kabel). Im Normalfall wird die Farbe als Ader A genommen und Weiß als Ader B. Über ein Aderpaar kann ein analoges Endgerät betrieben werden (zum Beispiel Telefon, Anrufbeantworter oder Modem). Bei Telefonanlagen werden vieladrige Kabel verwendet, wobei meist pro Endgerät ein Aderpaar geplant wird (siehe Abbildung im Tabellenbuch S. 247). Das Kabel ist im OSI/ISO-7-Schichtenmodell die Schicht 1 (Physical Layer).
In der 2. Schicht (Data-Link Layer) befindet sich das X.75-Protokoll. Ein Paket ist 144 kBit lang. Es unterteilt sich in den D-Kanal mit 16 kBit und je 2 B-Kanäle mit je 64 kBit. Auf dem D-Kanal läuft der Protokoll-Overhead (zum Beispiel welche Nummer angerufen werden soll, Anklopfen, das Beenden einer Verbindung usw.). Der NTBA (Network Terminating Basic Adapter) ist für ISDN zwingend erforderlich.
1.6.3.1 Beschaltungsplan am Patchfeld im Server-Raum
| Patchfeldanschluss | Kabel | Aderfarbe zu Anschluss |
|---|---|---|
| 4 | T2/1 | Rot 5, Braun 4, Weiß 6, Blau 3 |
| 5 | T2/1 | Rot 5, Blau 4, Weiß 6, Schwarz 3 |
| 6 | T2/2 | Gelb 5, Weiß 4, Weiß 6, Grün 3 |
1.6.3.2 Beschaltungsplan der ISDN-Dose und der TAE-Dose im Raum E.80
| Dose | Kabel | Belegung |
|---|---|---|
| ISDN-Dose links (S01) | T2/1 | 1b rot 5, 1a braun 4, 2b weiß 6, 2a blau 3 |
| ISDN-Dose rechts (S02) | T2/1 | 1b rot 5, 1a blau 4, 2b weiß 6, 2a schwarz 3 |
| TAE-Dose (analog), F1 | T2/2 | 1 grün, 2 weiß |
| TAE-Dose (analog), F2 | T2/2 | 1 gelb, 2 weiß |
1.7 bis 1.11 Montage, Demontage und Abschluss
1.7 Montage der Arbeits-PCs im Raum E.80
Umbau der Festplatten, Partitionierung, Installation von WinNT 4.0 mit Service Pack 4 ohne Netzwerk, Installation von Linux RedHat 6.0, Fehlereinbau, -analyse und -suche sowie der Umzug in den Raum E.80.
1.8 Demontage der Arbeits-PCs im Raum E.84
Rückbau der Rechner im Raum E.84.
1.9 Klausur
Schriftliche Prüfung zum Projekt.
1.10 Abgabe der Gruppendokumentation
Zentrale Ablage und Abgabe der vollständigen Dokumentation.
1.11 Abschlusspräsentation
Präsentation der Ergebnisse, danach wird das Team aufgelöst.